KontraSax & Friends II

Serpents & Stones (JazzHausMusik)

1. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Das ist keine Musik zum nebenbei Weghören. Das Duo KontraSax von Christina Fuchs an Saxofon und Klarinetten sowie Romy Herzog am Bass präsentiert auf dem bereits fünften Album ein anspruchsvolles und alles andere als eingängiges Repertoire mit variierenden stilistischen Einflüssen von zeitgenössischer und improvisierter Musik bis Jazz. Die Einspielung flankiert zugleich 35 Jahre Bühnenpräsenz der Künstlerinnen. Ergänzt wird das Duo dabei durch Akkordeonist Florian Stadler und Georg Ruby am Klavier. Da wuchert die Bassklarinette etwa bei „Le Chat de Poche“ in ihren (Un-)Tiefen, während das Akkordeon scheinbar verworren wabert, im Hintergrund klackert der Bass und die eine oder andere Klaviertaste wird gedrückt. Das ist nicht unbedingt im klassisch-konservativen Sinne schön, aber fraglos eindrucksvoll, künstlerisch bisweilen radikal und herausfordernd für die Zuhörer. Das folkloristisch anmutende, melodische „Yallayalla“ entfaltet sich dagegen über weite Strecken vor allem im angeregten dialogischen Wechselspiel von Sopransaxofon und Akkordeon, das um eine rasante Klavierpassage ergänzt wird. „Mystères dissonantes“ wiederum bringt es schon im Titel auf den Punkt, die Dissonanz als Geheimnis, das zu ergründen sich die vier Musiker auf den Weg gemacht haben. Musikalisch treffen bei diesem Stück zarte Linien und Motive auf rhythmische Akzente und grazile Soundtüftelei. Auf solche Musik muss man sich einlassen, dann hat man die Chance, sich dem Geheimnis anzunähern. Inwiefern das gelingt, das entscheidet jede Hörerin und jeder Hörer für sich.

Wolfgang Weitzdörfer

<em>Serpents & Stones  </em> (JazzHausMusik)
KontraSax & Friends II
Serpents & Stones (JazzHausMusik)

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